Korrektur der Kniescheibenführung (patellofemorales Realignment)
Was ist eine patellofemorale Fehlstellung?
Das Kniegelenk wird von der Kniescheibe (Patella), dem Oberschenkelknochen (Femur) und dem Schienbein (Tibia) gebildet. Die Kniescheibe ist an der Vorderseite des Knies durch die Quadrizepssehne, die zum Oberschenkelknochen zieht, und durch die Patellasehne, die am Schienbeinhöcker (Tuberositas tibiae) ansetzt, befestigt. Beim Beugen und Strecken des Knies gleitet die Kniescheibe entlang der Gleitrinne (Trochlea) am unteren Ende des Oberschenkelknochens.
Bei einer patellofemoralen Fehlstellung führen verschiedene Faktoren dazu, dass die Kniescheibe aus ihrer Position gleitet und die Weichteile unter der Kniescheibe geschädigt werden. Zu diesen Faktoren gehören:
- Flache Gleitrinne (Trochleadysplasie): Ist die Rinne von Natur aus flach, kann die Kniescheibe schon bei einer geringen Verletzung herausgleiten.
- Fehlstellung des Schienbeinhöckers: Ist der Ansatzpunkt der Patellasehne nicht richtig ausgerichtet, können wiederholte Kniescheibenluxationen (Patellaluxationen) oder Subluxationen auftreten.
- Angeborene Abweichungen: Eine hochstehende Kniescheibe (Patella alta), Plattfüße oder anatomische Formabweichungen der Kniescheibe erhöhen das Risiko.
- Muskelschwäche: Sind der Quadrizepsmuskel oder seine Sehne schwach, kann die Kniescheibe nicht gleichmäßig in der Rinne gleiten.
Wie wird eine Fehlführung der Kniescheibe behandelt?
Wenn die Fehlstellung auf eine Muskel- oder Sehnenschwäche zurückgeht, können konservative Behandlungen die Beschwerden lindern. Besonders empfohlen werden Physiotherapieprogramme zur Kräftigung der Quadrizepsmuskulatur.
Bei Patienten mit wiederholten Kniescheibenluxationen in der Vorgeschichte bringt ein operativer Eingriff jedoch in der Regel die besten Ergebnisse. Serkan Sürücü behandelt Patienten mit patellofemoraler Fehlstellung operativ.
Wie wird ein patellofemorales Realignment durchgeführt?
Das operative Vorgehen wird nach der individuellen Situation des Patienten gewählt und sollte von einem erfahrenen orthopädischen Chirurgen durchgeführt werden. Zu den Techniken, die Dr. Serkan Sürücü einsetzt, gehören:
- Arthroskopische Untersuchung und Reparatur: Mit einem minimalinvasiven Verfahren wird eine kleine Kamera in das Kniegelenk eingeführt. Knochen, Sehnen, Bänder und Knorpel werden systematisch untersucht, und geschädigtes Gewebe wird mit speziellen Instrumenten entfernt.
- Laterale Retinakulumspaltung (Lateral Release): Das faserige Gewebe an der Außenseite der Kniescheibe (laterales Retinakulum) wird gelockert, damit die Kniescheibe wieder in ihre richtige, mittige Position gleiten kann.
- Tuberositas-tibiae-Osteotomie (TTO): Bei ausgeprägter Fehlstellung wird der Schienbeinhöcker (der knöcherne Vorsprung am Schienbein) operativ versetzt und mit Schrauben befestigt, um die Führung der Patellasehne zu verbessern.
Heilungsverlauf nach der Operation
Die Heilungsdauer liegt je nach Operationsverfahren zwischen 3 und 12 Monaten. Im Allgemeinen verläuft sie in folgenden Phasen:
- Erste Wochen: Zum Schutz des Operationsgebiets ist eine Teilbelastung mit Gehstützen erforderlich.
- Frühe Erholungsphase: In den ersten Monaten müssen anstrengende Aktivitäten vermieden werden; danach wird die körperliche Belastung schrittweise gesteigert.
- Der Schlüssel zum Erfolg: Aktive Teilnahme an dem von Dr. Serkan Sürücü erstellten individuellen Physiotherapieprogramm und dessen vollständiger Abschluss. Dieses Programm ist entscheidend, um die Kniefunktion wiederherzustellen, den Bewegungsumfang zu verbessern und den Quadrizepsmuskel zu kräftigen.
Ziel des Eingriffs und Indikationen
Ein patellofemorales Realignment wird nicht geplant, nur um einen Befund in der Bildgebung zu korrigieren. Bei der Entscheidung über die Eignung werden Schmerzen, Funktionsverlust, das strukturelle Problem, Qualität und Dauer einer angemessenen nichtoperativen Behandlung sowie die beruflichen oder sportlichen Ziele des Patienten zusammen betrachtet. Der erwartete Nutzen und die Grenzen werden vor der Operation festgelegt, damit der Eingriff ein klinisch bedeutsames Problem behandelt.
Wer kommt infrage, und wann wird die Operation verschoben?
Die Diagnose sollte durch Untersuchung und Bildgebung gestützt sein, und der erwartete Nutzen sollte das Risiko überwiegen. Eine aktive Infektion, eine nicht eingestellte Allgemeinerkrankung, Rauchen, das die Heilung wesentlich beeinträchtigt, oder die Unfähigkeit, an der Rehabilitation teilzunehmen, müssen unter Umständen zuerst behandelt werden. Das Alter allein entscheidet nicht über die Behandlung; Gewebequalität, Aktivitätsziele und allgemeiner Gesundheitszustand werden gemeinsam berücksichtigt.
Vorbereitung auf die Operation
Medikamente, Blutverdünner, Allergien und frühere Operationen werden besprochen, und Medikamente werden nicht ohne ärztlichen Rat abgesetzt. Transport, Hilfe zu Hause und die ersten Alltagsaufgaben werden im Voraus geplant. Im Aufklärungsgespräch werden der geplante Eingriff, mögliche zusätzliche Maßnahmen, Schmerzbehandlung, Schutz und Rehabilitation besprochen, damit die Erwartungen an die Heilung realistisch sind.
Wie wird die Technik gewählt?
Offener oder arthroskopischer Zugang, die Wahl des Implantats oder Transplantats und begleitende Eingriffe richten sich nach der Anatomie des Problems. Operationen mit demselben Namen umfassen nicht bei jedem Patienten dieselben Schritte. Befunde während der Operation können es erfordern, den Plan im Rahmen der vorher besprochenen Alternativen anzupassen, besonders wenn die Gewebequalität von der Bildgebung abweicht.
Narkose und die ersten Tage
Die Narkose wird nach dem Umfang der Operation und dem Gesundheitszustand des Patienten gewählt; bei manchen Operationen kann eine Regionalanästhesie (Nervenblockade) die frühe Schmerzkontrolle unterstützen. In den ersten Tagen sind Wundpflege, die verordneten Medikamente, die Kontrolle der Schwellung sowie die Anweisungen zu Armschlinge oder Orthese wichtig. Erlaubte Bewegungen von Hand, Fuß oder benachbarten Gelenken helfen, Durchblutung und Beweglichkeit zu erhalten, ohne die Rekonstruktion zu belasten.
Risiken, Alternativen und Kontrolle
Infektion, Blutung, Steifigkeit, Nerven- oder Gefäßverletzungen, anhaltende Schmerzen und das Nichterreichen des angestrebten Ergebnisses gehören zu den allgemeinen Risiken; verfahrensspezifische Risiken werden gesondert besprochen. Alternativen können je nach Diagnose Aktivitätsanpassungen, Physiotherapie, Medikamente oder Injektionen sein. Zunehmende Rötung oder Absonderung an der Wunde, Fieber, neues Taubheitsgefühl oder neue Schwäche oder unerwartet starke Schmerzen erfordern eine rasche Kontrolle. Der nächste Schritt sollte sich nach der Diagnose, der Belastung des Gelenks und den Zielen des Patienten richten. Sie können sich über die Behandlung des Knies und die Kniearthroskopie informieren oder eine Untersuchung für einen individuellen Plan anfragen.
Eine gemeinsame Entscheidungsfindung ist wichtig, weil derselbe anatomische Befund zwei Menschen unterschiedlich beeinträchtigen kann. Berufliche Anforderungen, Betreuungsaufgaben, Sport, frühere Behandlungen und die Bereitschaft, eine längere Erholungszeit in Kauf zu nehmen, beeinflussen die Wahl zwischen fortgesetzter Rehabilitation, einer Injektion oder einer Operation. Der Plan sollte festhalten, was als Erfolg gilt und wann er neu bewertet wird.
Ein sinnvoller Behandlungsplan für ein patellofemorales Realignment hält vor dem Eingriff einen Ausgangsbefund fest: schmerzauslösende Tätigkeiten, aktive Beweglichkeit, Kraft oder Ausdauer und die Aktivitäten, die der Patient wiedererlangen möchte. Werden dieselben Messungen bei den Kontrollen wiederholt, zeigt sich, ob der Fortschritt bedeutsam ist, und es lässt sich besser unterscheiden, ob nur die Schmerzen vorübergehend nachgelassen haben oder sich die Funktion dauerhaft verbessert hat.
Lesen Sie weiter zur Behandlung des Knies, zur Kniearthroskopie und zur Behandlung der Kniearthrose, oder nutzen Sie Kontakt und Termine für eine individuelle Untersuchung.
